Vietnam

Die katastrophalen Folgen der chemischen Kriegsführung

Die verheerenden Folgen des hochgiftigen Entlaubungsmittel Agent Orange sind schon lange nicht mehr in den Schlagzeilen der Medien. Nach neuesten Erkenntnissen wurden während des Krieges 70 Millionen Liter des hochgiftigen Herbizids versprüht. Agent Orange wirkt wie eine genetische Zeitbombe, weil es neben der spezifischen toxischen Wirkung das Extremgift Dioxin enthält. Unsichtbar verseucht es den Boden, die Flüsse und die Menschen - bis heute. Die menschliche Vorstellungskraft wird angeregt, wenn man erfährt, dass ein Millionstel Gramm Dioxin ausreicht, um einen Menschen zu töten.

Der Zusammenhang mit den Sprühaktionen der US - Air Force scheint evident, nicht zuletzt aufgrund der statistisch belegbaren Proportionalität zwischen regional versprühter Giftmenge und Häufigkeit der Missbildungen. Am besten erfasst ist eine Gruppe von mehreren tausend ehemaligen Vietcongkämpfern, deren Einheiten während des Krieges längere Zeit in stark besprühtem Gelände operiert haben. Für sie ist eine signifikant erhöhte Missbildungsrate in der dritten Generation belegt.

Hunderttausende sind in den 33 Jahren seit dem Vietnamkrieg an den Folgen von Agent Orange gestorben. Die genaue Zahl der Opfer kennt niemand. Schätzungsweise zwei bis drei Millionen Menschen sind von den Spätfolgen betroffen. Niemand kennt die vielen Schwangerschaftsabbrüche wegen Agent Orange. Niemand zählt die vielen Totgeburten und niemand weiß, wie viele Neugeborene sterben. 

Der signifikante Anstieg missgebildeter Kinder in der 3. Generation, mit deformierten und fehlenden Gliedmaßen, offenem Rückgrat, Lähmungen, schweren Gehirnschäden, mit und ohne geistige Behinderung, ist erschreckend.
Auffallend ist vor allem die signifikante Zunahme schwerer angeborener Herzfehler. Alle diese Kinder zahlen auch heute noch den Preis des Krieges. Es gibt Tausende von ihnen. Ohne Operation haben die Kinder kaum eine Überlebenschance. Doch dafür haben die Eltern kein Geld. Nicht einmal eine medizinische Untersuchung können die Familien leisten. Von staatlicher Seite ist kaum Hilfe zu erwarten. Warum müssen diese Kinder sterben, bevor sie begonnen haben zu leben?


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