Projekt „From the Hearts to the Hearts“

Projekt „From the Hearts to the Hearts“
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April 2004.
 Claus Ruff und der Arzt Dr. Heinz Palla, medizinischer Berater der Stiftung, sind wieder einmal mit dem Mobilen Sozialen Dienst (MSD), in den Mangrovengebieten unterwegs. Sozialarbeiterinnen, finanziert von SWHH, betreuen dort schwer behinderte Kinder. Hier treffen sie auf die Ärmsten der Armen. In einer der armseligen Hütten begegnen wir Nguyen Huynh Thien Trang, einem 9 Jahre alten Mädchen. Auf einem Auge ist sie halb blind. Trang ist chronisch unterernährt. Sie atmet schwer. Dr. Palla diagnostiziert einen schweren Herzfehler, der bei uns problemlos operiert werden könnte. Aber ohne Operation, sagt der Arzt, wird das Kind die nächste Infektion kaum überleben. Trang`s Eltern sind wie viele Tagelöhner, der Vater ohne Arbeit. Sie haben zwei weitere Kinder. Doch Trang`s Eltern klagen nicht, obwohl es oft nicht einmal für eine warme Mahlzeit am Tag reicht. 

Aber Trang muss operiert werden. Der MSD und unser lokales Team empfehlen eine Saigoner Herzklinik, die von Franzosen gegründet wurde und einen ausgezeichneten Ruf hat. Zwei Tage später sind wir mit Trang in der Herzklinik. 10 kg zeigt die Waage im Krankenhaus. Die Untersuchungen bestätigen Dr. Pallas erste Diagnose: Trang hat einen schweren Herzfehler.
Trang wurde nach 4 Wochen Medikation erfolgreich am offenen Herzen operiert. Heute treibt Trang Sport, geht zur Schule und ist Klassenbeste.

Doch Trang ist kein Einzelfall, sagen uns die Ärzte. Allein in Südvietnam sind es Tausende Kinder mit schweren angeborenen Herzfehlern, die durch eine Operation gerettet werden können. Zu viele Kinder werden zurückgeschickt, weil die Familien die Operationskosten nicht aufbringen können. Sie kommen aus Familien wie die von Trang. Ohne Operation haben die Kinder kaum eine Überlebenschance. Die Warteliste ist lang. Die Ärzte tun was sie können, doch sie sind ratlos. Das Sozialbudget reicht nur für wenige Operationen.

Etwa 3.000 EUR kostet die lebensrettende Operation am offenen Herzen, sagen die Ärzte. Claus Ruff fragt noch einmal nach, weil er es nicht glauben kann.

„Können Sie helfen ?“, fragen die Ärzte. "Wenn Sie zurück sind in Deutschland, vielleicht finden Sie Menschen, die sich dieser Kinder annehmen". Claus Ruff verspricht alles zu tun, um den Kindern zu helfen. Zurück aus Vietnam beginnt er Spender zu mobilisieren. Und er hat die Menschen gefunden, von denen die Ärzte in der Saigoner Herzklinik so hoffnungsvoll gesprochen haben. Dies war der Beginn der Hilfsaktion „From the Hearts to the Hearts“, die bis heute einmalig ist in Vietnam.

Unsere Bilanz bis heute:   1120 Herzoperationen

1120 Herzoperationen sind als Zahl beeindruckend. Doch sie werden greifbar als menschliches Schicksal von Kindern, im Alter von 4 Monaten bis 14 Jahren, von denen viele heute nicht mehr am Leben wären, wenn es für sie diese Rettung nicht gegeben hätte. Die Energie und Lebensfreude der Kinder, sie wieder gesund und glücklich zu erleben, sind für Helfer und Spender die schönsten Augenblicke. Diese Freude zeigt uns auch unsere Verpflichtung, noch mehr herzkranken Kindern zu helfen. Wenn es darum geht, Leben zu retten, gibt es keine Alternative. Diesen Kindern zu helfen, ist ein Gebot der Menschlichkeit.

Die Durchführung eines so umfangreichen Operationsprogramms für herzkranke Kinder ist nur möglich, weil hervorragend ausgebildete Teams von Herzchirurgen und ein hoher Standard an Medizintechnik in einigen wenigen Hospitälern Vietnams vorhanden sind. In Saigon ist es das Trieu An Hospital und Heart Institute. Nicht zu vergessen, unsere vietnamesischen Partner, die mit Hingabe, Offenheit und Transparenz unser Operationsprogramm umsetzen.

Das Operationsprogramm für herzkranke Kinder verlangt Offenheit und Transparenz. Alle Daten (Name, Geburtsdatum, Adresse, Diagnose, Operationskosten, OP-Termin usw.) unserer Patienten sind in Operation - und Wartelisten gespeichert. Mit dem letzten Check-up erhalten wir die endgültigen Daten zur Diagnose, Operationskosten und Operationstermin, die uns per Fax oder E-Mail zugehen. Rechnungsbelege erhalten wir per Fax. Für alle Patienten gibt es ein „Child Information Sheet“ mit Fotos, indem die wichtigsten Daten dokumentiert sind. Spender, die „Operationspatenschaften“ für Kinder übernehmen, können dieses Dokument anfordern. Daten, Dokumente und Rechnungsbelege werden ständig vor Ort überprüft und mit den Operationslisten verglichen.

Unsere Warteliste ist lang. Hunderte herzkranker Kinder warten auf die lebensrettende Operation und hoffen, dass wir sie nicht vergessen.

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